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Bad Bramstedt
15.08.2006, Das Angebot von sog. "Tierkommunikatoren" und "Geistheilern"
die per Telepathie und Fernkommunikation den Besitzern von verhaltensauffälligen
Tieren ihre Dienstleistungen anbieten hat in letzter Zeit zugenommen.
Aus diesem Grund sieht sich der Verband der Tierpsychologen und
Tierverhaltenstherapeuten e.V. in der Pflicht zum Thema Verhaltenstherapie
per Telepathie eine Stellungnahme abzugeben.
Die Zahl von
Tierhaltern, die professionellen Rat bei Tierpsychologen und Tierverhaltenstherapeuten
suchen steigt ständig. Sicherlich auch zum Teil bedingt durch Fernsehsendungen
wie "Die Tiernanny". Ob nun der Hund Angst vor Gewitter hat, die
Katze in der Wohnung markiert oder ein Pferd sich nicht in einen
Transporthänger verladen lässt. Zu diesen und vielen weiteren kleinen
aber auch großen Verhaltensstörungen weiß ein qualifizierter Tierpsychologe
bzw. Tierverhaltenstherapeut Rat und Hilfe.
Nun hat aber
genau diese Nachfrage auch eine große Anzahl verschiedener Anbieter
auf den Markt gebracht, die andere Formen der Beratung und Therapie
anbieten. So nehmen in der letzten Zeit die Angebote eine Verhaltensstörung
per Telepathie und Fernkommunikation zu beheben deutlich zu. Häufig
laufen diese "Therapien" vereinfacht dargestellt so ab, das der
Tierhalter dem Fernkommunikator zusammen mit einigen Angaben zur
Problematik des Tieres ein Bild sowie einen Geldbetrag senden soll.
Der "Therapeut" setzt sich dann evtl. noch einmal mit dem Besitzer
des Tieres telefonisch in Verbindung, um noch einige dieser Angaben
zu hinterfragen, bevor er dann mit dem Tier per Telepathie Kontakt
aufnimmt und über diesen Weg der "Kommunikation" das Problem mit
dem Tier klärt. Häufig werden sogar Gespräche mit dem Tier angeboten,
bei denen der Tierhalter über das Medium des Tierkommunikators dem
lebenden, aber auch verstorbenen Tier, Fragen stellen kann und Antworten
erhält.
Der Verband
der Tierpsychologen und Tierverhaltenstherapeuten e.V. nimmt zu
diesen "Therapieformen" deutlich Stellung und lehnt solche als unwissenschaftlich
ab. Holger Massel, Präsident des Verbandes erklärt dazu: "Die Therapeuten,
welche Mitglieder unseres Verbandes sind, haben eine fundierte,
wissenschaftliche Ausbildung auf Basis der neuesten Erkenntnisse
der Verhaltensforschung absolviert. Alle anderen unwissenschaftlichen
Ausbildungsformen und Therapieverfahren können wir nicht akzeptieren
und lehnen solche deutlich ab." Während einer Kuratoriumssitzung
des Verbandes am 12.08.2006 wurde einstimmig beschlossen, das Geistheilung,
Fernkommunikation und Telepathie bei der Verhaltenstherapie von
Tieren als nicht wissenschaftlich fundierte Therapieformen abgelehnt
werden. Darüber hinaus untersagt der Verband allen Mitgliedern,
die evtl. solche Dienstleistungen anbieten das Logo des Verbandes
zu führen und wird diese aus dem Therapeutenverzeichnis der Verbandswebseiten
entfernen.
"Unser Therapeutenverzeichnis
bietet Hilfe suchenden Tierhaltern eine Übersicht qualifizierter
Tierpsychologen und Tierverhaltenstherapeuten. Unsere Glaubhaftigkeit
und Akzeptanz als Interessenvertretung solcher wissenschaftlich
arbeitender Experten würde durch Mitglieder, welche sich nicht im
Rahmen der anerkannten Verhaltensforschung bewegen schaden nehmen.
Deshalb werden wir solche Mitglieder konsequent aus unseren Verzeichnissen
entfernen und ihnen die Werbung mit dem Verbandslogo aber auch der
Mitgliedschaft in unserem Verband rigoros untersagen. Dies im Interesse
unserer Glaubwürdigkeit aber vor allem auch im Interesse der zahlreichen
Menschen, die auf der Suche nach einem Verhaltenstherapeuten für
ihr Tier sich vertrauensvoll an uns wenden.", führt Massel weiter
aus.
Auf den Webseiten
des Verbandes (www.vdtt.org) findet man neben dem Therapeutenverzeichnis
auch Hintergrundinformationen zur Definition der Tierpsychologie,
aber auch Ratschläge wie ein Tierpsychologe helfen kann und worauf
man bei der Suche nach einem kompetenten Therapeuten achten sollte.
Über den
VdTT e.V. (Stand August 2006):
Der Verband der Tierpsychologen und Tierverhaltenstherapeuten e.V.
wurde 2004 als Verband der Tierpsychologen und Tierhomöopathen e.V.
gegründet und hat Mitte 2005 seine aktive Arbeit aufgenommen. Bis
Ende 2006 wird eine Neuausrichtung des Verbandes als reiner Verband
für Tierpsychologen und Tierverhaltenstherapeuten abgeschlossen
sein. Damit unterstreicht der Verband seine klare Kompetenz als
Interessenvertretung aller wissenschaftlichen Berufe im Bereich
der Tierverhaltenstherapie. In kurzer Zeit hat der Verband knapp
130 Mitglieder in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien
und Japan gewinnen können und nimmt von Monat zu Monat kontinuierlich
an Mitgliedern zu. Damit ist der VdTT e.V. auf dem besten Weg sich
in Kürze zum Mitglied stärksten Verband seiner Art zu entwickeln.
Der Verband ist eine Interessenvertretung praktizierender Tierpsychologen
und Tierverhaltenstherapeuten, er bietet seinen Mitgliedern zahlreiche
Dienstleistungen und hat das erklärte Ziel für seine Mitglieder
als auch für die Öffentlichkeit klare Berufsstandards zu definieren
sowie nach außen zu vertreten. Auf den Webseiten des Verbandes finden
Rat suchende Tierhalter Hintergrundinformationen zu den Themen Tierpsychologie
sowie ein Verzeichnis von qualifizierten Therapeuten. (www.vdtt.org)
Mein Kommentar:
Diese
Stellungnahme des Verbandes der Tierpsychologen und Tierverhaltenstherapeuten
e.V. kann ich nur begrüßen und voll unterstützen.
Nach meiner persönlichen Einschätzung ist die Arbeit per
Fernkommunikation, Tierkommunikation, Telepathie und Geistheilung
mit einer fundierten, wissenschaftlichen Verhaltenstherapie nicht
zu vereinbaren. Außerdem schaden solche Angebote dem Ansehen
seriös und qualifiziert arbeitender Tierpsychologen und Tierverhaltenstherapeuten.
Jedem Rat suchenden Tierhalter kann ich nur empfehlen solche "Therapeuten",
die o.g. Dienstleistungen anbieten zu meiden und sich einen seriösen,
nach den Erkenntnissen der aktuellen Verhaltensforschung arbeitenden
Therapeuten zu suchen. Der Verband der Tierpsychologen und Tierverhaltenstherapeuten
e.V. hilft sicherlich gerne bei dieser Suche.
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