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Am 03. März
2005 kam Tierpsychologe Martin Rütter (bekannt aus der WDR Serie
"Eine Couch für alle Felle") nach Bochum im Rahmen seiner Vortrags
Tour durch Deutschland. Zwischen 200 - 300 Hundebesitzer waren gekommen,
um den Vortrag zum Thema "Alltag mit Hund" live zu erleben und die
Möglichkeit zu nutzen dem bekannte und renommierten Tierpsychologen
Fragen zu stellen.
Aber nicht nur
Hundebesitzer waren gekommen. Auch angehende Hundebesitzer, Tierärzte,
Züchter und Betreiber von Hundeschulen waren anwesend um von diesem
Vortrag zu profitieren.
Wer einen trockenen
Vortrag erwartet hat und Martin Rütter noch nicht kannte wurde schon
sehr schnell eines besseren belehrt. Die Präsentation sprühte von
Humor, fachlicher Kompetenz und einer bestechenden Kommunikation
mit dem Publikum. Viele anschauliche Beispiele lockerten die Präsentation
auf und verliehen dem Vortrag einen optimalen Bezug zum Alltag.
Sicherlich konnte
jeder Teilnehmer einige Erkenntnisse und Anregungen für ein besseres,
gemeinsames Leben mit seinem vierbeinigen Freund mitnehmen. Und
das machte diesen Abend auch so besonders, denn für jeden war etwas
dabei, was in bleibender Erinnerung bleibt und sicherlich Auswirkungen
auf den Umgang mit dem Hund hat.
Ziel des
Vortrags:
Zu Beginn des Vortrags wurde durch Martin Rütter das Ziel des Abends
klar definiert, nämlich dem Zuhörer zu helfen im Alltag seinen Hund
besser zu verstehen und ihm Wege auf zu zeigen, wie er sich verhalten
kann damit sein Hund ihn besser versteht. Es ging also nicht um
Fragen wie man z.B. einem Hund Sitz oder Platz beibringt sondern
vielmehr um Grundlagen und Verständnishilfe bei der Kommunikation
zwischen Mensch und Hund.
Im Folgenden
ein Auszug meiner ganz persönlichen Highlights, die ich für mich
von diesem Abend mitgenommen habe:
- Die meisten
Probleme beruhen darauf das der Hund frustriert ist und es zwischen
Hund und Halter Kommunikationsprobleme gibt.
- Ein Hund
wird nicht als Alphatier geboren, eine solche Position muss sich
der Hund erarbeiten. Und er wird versuchen sich diese Position
zu erarbeiten, wenn der Mensch ihm signalisiert das er selber
nicht in der Lage ist diese Aufgabe aus zu üben.
- Kein Hund
dieser Welt braucht einen Garten, sondern sinnvolle Beschäftigung
und geistige Forderung durch seinen Halter. Forderungen im Tierschutz
bei der Vermittlung von Hunden nach einem Garten sind deshalb
Blödsinnig.
- Es ist normal
und gut, wenn ein Hund den größten Teil des Tages ruht und in
der Ecke liegt. Wenn dem nicht so wäre hätte man ein Problem.
- Grund für
Aggression beim Hund ist hauptsächlich Unsicherheit.
- Man sollte
den Hund nicht wegsperren, wenn Besuch die Wohnung betritt, ansonsten
bekommt er den Eindruck das Besuch der Grund für den Ausschluss
von der Gruppe ist.
- Bellt der
Hund im Büro oder Zuhause wenn Besuch den Raum/die Wohnung betritt
ist ein gutes Hilfsmittel als Halter die Initiative zu ergreifen
und auf den Besuch zu zu gehen, diesen zu begrüßen und dem Hund
zu signalisieren das man alles unter Kontrolle hat.
- Der Hund
muss die Wohnung als absolute Sicherheitszone ansehen und erleben.
- Kopf auf
Schoß = Dominanzverhalten des Hundes (nicht Aggression!). Bei
weiteren ignorieren des Tieres kommt es meist zum Schupsen mit
der Schnauze, Pfote auflegen, auf den Körper klettern und ins
Gesicht sehen. Ausnahme: Das natürliche und normale, nicht fordernde
Kontaktliegen.
- Nachlaufen
ist eine Form der Kontrolle. (Ressourcen Kontrolle)
- Ein Kind
kann aus Sicht des Hundes niemals über dem Hund stehen, da ein
Hund das Kind als nicht geschlechtsreif ansieht.
- Wichtig für
den gesunden Hund: Unregelmäßige Essenszeiten sowie ein paar Tage
im Monat an denen er nichts zu fressen bekommt.
- Geistige
Forderung ist für die meisten Hunden lebenswichtiger wie Bewegung.
Fazit:
Für mich war dies ein wertvoller Abend mit vielen praktischen Ideen
und Ratschlägen. Vieles Bekannte wurde sehr anschaulich wieder in
Erinnerung gerufen und auch das eine oder andere Neue konnte man
lernen. Ich kann jedem Hundefreund nur empfehlen diesen Vortrag
von Martin Rütter zu besuchen, er wird definitiv einen bleibenden
Eindruck hinterlassen.
© www.hundepsychologie.info
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(c)2
Während
seines Vortrags in Bochum nahm sich Martin Rütter auch die
Zeit individuelle Fragen aus dem Publikum zu beantworten.
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