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Am 07. April
2006 fand im Rahmen der Happy Dog Tour 2006 im Gelsenkirchener Schloß
Horst ein Vortragsabend mit Perdita Lübbe und Günther
Bloch statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und vermittelte
dem Teilnehmer eine Menge interessanter Informationen.
Der Vortrag
von Perdita Lübbe (www.hundeakademie.de)
stand unter dem Thema "Hundebegegnungen - für ein besseres
Miteinander". Mit
der Hilfe diversen Filmaterials wurden bei diesem Vortrag verschiedene
Alltagssituationen aufgezeigt, bei denen es um die Begegnung von
Hunden (z.T. in Begleitung der Besitzer) ging. Hervorgehoben wurden
dabei die verschiedenen Formen der Begegnung sowie die feine Kommunikation
zwischen den Tieren aber auch die an den Menschen gerichteten Kommunikationsversuche.
Deutlich wurde dabei auch das Fehlverhalten seitens der Menschen
aufgezeigt und die Fehlinterpretation hundlichen Verhaltens.
Im folgenden
ein paar wenige Beispiele aus dem Vortrag:
- Wichtig
ist es den Hund bei seinem Verhalten im ganzen zu sehen. Was ist
z.B. im Vorfeld einer bestimmten Verhaltenssequenz passiert?
- Möchte
der Hund bei einer Begegnung mit einem Artgenossen z.B. einen
großen Bogen gehen, so soll man ihm dies ermöglichen
und mit ihm diesen Bogen gehen, der häufig eine Streßsituation
entspannt.
- Begegnungen
von Hunden an der Leine sind nicht ganz ungefährlich, da
den Hunden u.a. ein zu enger Raum zur Verfügung steht.
- Auch
gab es Beispiele aus dem kleinen 1x1 des Benehmens für Hundehalter,
was leider zu häufig nicht beachtet wird. Trifft man z.B.
bei einem Spaziergang auf einen Hund der von seinem Besitzer an
der Leine geführt wird, sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit
sein, sein eigenes Tier ebenfalls an die Leine zu nehmen. Leider
wird diese grundlegende Regel von vielen Hundehaltern zu häufig
nicht beachtet.
Im zweiten Teil
der Veranstaltung gab es einen Vortrag des Caniden Experten Günther
Bloch (www.hundefarm-eifel.de)
zum Thema "Haushunde-, Straßenhunde- und Wolfsverhalten
im Vergleich". Auch dieser Vortrag wurde von ausführlichen
Bildmaterial und Videosequenzen begleitet. Ein sehr fesselnder Vortrag,
in dem Günther Bloch in seiner ureigenen Art die Zuhörer
fesselte und in seinen Bann zog. Der Vortrag basierte auf den wissenschaftlichen
Erkenntnissen, die Günther Bloch im Laufe der Jahre durch seine
Verhaltensforschung unter Wölfen und Hunden erworben hat. Im
besonderen wurden aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Forschungsprojekt
unter Straßenhunden in der Toskana in die Präsentation
integriert.
Im folgenden
auch zu diesem Vortrag einige wenige Beispiele, aus dem Zusammenhang
des Vortrages genommen:
- Dominanz
ist keine Eigenschaft von Individuen sondern von Beziehungen.
- Menschen
und Hunde bilden keine Rudel, denn eine Rudelbildung gibt es nur
innerhalb einer Art.
- Je höher
die Qualität des Futters, umso größer die Auseinandersetzungen
innerhalb des Rudels. Je geringer die Qualität des Futters,
desto weniger intensiv sind die Auseinandersetzungen innerhalb
des Rudels.
- Von großer
Bedeutung ist es die sehr feine Kommunikation der Tiere richtig
zu verstehen und diese im Zusammenhang der jeweiligen Situation
richtig zu deuten. Dabei werden häufig Fehler bei der Deutung
von Dominanzhaltung, Imponierhaltung und Aufmerksamkeitshaltung
des Tieres gemacht. Da gerade die Körperhaltung in diesen
Bereichen sich sehr ähnelt und feine Nuancen aufweist.
- Beeindruckendes
Filmmaterial zeigte die feinen Verhaltensformen. Kommunikationsformen
und Aufgabenbereiche des Rudels der Straßenhunde in der
Toskana. So gab es u.a. eine sehr enge, ja nahezu zärtliche
Beziehung zwischen der Leithündin und dem Leithund zu beobachten.
- Wichtig bei
der Kommunikation zwischen Mensch und Hund, gerade in Problemsituationen
ist der Einsatz von Abbruchsignalen gegenüber dem Tier. Diese
sind: Fixieren und Stirnrunzeln, klarer und deutlicher Wechsel
der Stimmlage, Schnauzgriff und Bewegungseinengung.
Fazit:
Eine sehr beeindruckende Veranstaltung die gerade durch die inhaltliche
Qualität überzeugte. Tatsächlich wurden hier Informationen,
basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen vermittelt, die den
Horizont erweiterten und nachhaltig allen Besuchern in Erinnerung
bleiben werden.
Link:
Veranstalter: www.hapyydog.de
©
www.hundepsychologie.info
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