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Zur Geschichte der Tierpsychologie

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich ein neuer Interessenschwerpunkt unter den amerikanischen experimentellen Psychologen und europäischen Zoologen, wobei die Erkundung des Tierverhaltens als Thema für die wissenschaftliche Untersuchung als sehr wichtig erkannt wurde.

Diese Entwicklung brachte zwei blühende Wissenschaftszweige hervor: Die Ethologie und die experimentelle Tierpsychologie.

Es gab in beiden Bereichen einen raschen Fortschritt. Zur Mitte des Jahrhunderts hatten Ethologen und experimentelle Psychologen ein neues Verständnis von Tieren und deren Verhalten geschaffen.

Die Anwendung von Wissen aus den Tier- Verhaltenswissenschaften um Verhaltensprobleme bei Haustieren zu behandeln, entwickelte sich im Wesentlichen in zwei Richtungen.

Die Erste beschäftigte sich mit Haustieren, die aus wirtschaftlichen Gründen gehalten und gezüchtet werden, wie z.B. zur Nahrungs- oder Pelzproduktion, oder für Forschungs- oder Lehrzwecke. Bauernhof-, Labor- oder Zootiere, die in Käfigen oder kleinen Ausläufen gehalten werden zeigen häufig Verhaltensauffälligkeiten, wie z.B. Selbstverstümmelung, Verletzung von Artgenossen, gestörtes Sexualverhalten, gestörtes Fressverhalten, gestörte Fürsorge für Nachkommen und abnorme Reaktionen auf Umweltreize. Diese Auffälligkeiten werden heute der Tatsache zugeschrieben, dass die Tiere in unnatürlich überfüllten, beengten oder sonstigen unzureichenden Lebensbedingungen untergebracht sind.
Das primäre Interesse der Ethologen, wie z.B. das der Nobelpreisträger Konrad Lorenz, Niko Tinbergen und Karl von Frisch, galt dem Verständnis des natürlichen Verhaltensrepertoires und den damit verbundenen Umweltbedürfnissen der Tierspezies. Dieses Wissen hilft uns zu verstehen, warum Verhaltensprobleme bei solchen Tieren auftreten, die unter unnatürlichen, verarmten, stressvollen oder sonstigen unzureichenden Lebensbedingungen leiden.

In einem zweiten Bereich wendete man Erkenntnisse aus den Tier-Verhaltenswissenschaften an, und zwar um die Entwicklung von Behandlungsmethoden für Haustiere, die als Begleittiere fungierten, zu entwickeln - d.h. Haustiere, welche die persönliche Zuwendung des Besitzers erhalten, welche mit dem Besitzer leben und Teil seines Alltags sind und welche primär für nicht-kommerzielle Zwecke gehalten werden. Im Allgemeinen sind dies Hunde und Katzen, die als Tiermitglieder einer Menschenfamilie im gleichem Heim wohnen und dort nur wenigen bis gar keinen Bewegungseinschränkungen unterworfen sind.

Für den Tierpsychologen sind je nach Tierart, die er behandeln möchte, unterschiedliche Ansätze nötig. Im Studium der Tierpsychologie werden nicht nur allgemeine verhaltensbiologische Grundlagen an verschiedenen Tieren studiert, sondern ein großes Kapitel gilt der speziellen Ethologie, die sich jeweils auf das Studium der Wlldkatzen, der Wildpferde und der Wölfe bezieht.


Quelle und Copyright: Akademie für Tiernaturheilkunde AG