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Es gab in beiden
Bereichen einen raschen Fortschritt. Zur Mitte des Jahrhunderts
hatten Ethologen und experimentelle Psychologen ein neues Verständnis
von Tieren und deren Verhalten geschaffen.
Die Anwendung
von Wissen aus den Tier- Verhaltenswissenschaften um Verhaltensprobleme
bei Haustieren zu behandeln, entwickelte sich im Wesentlichen in
zwei Richtungen.
Die Erste beschäftigte
sich mit Haustieren, die aus wirtschaftlichen Gründen gehalten und
gezüchtet werden, wie z.B. zur Nahrungs- oder Pelzproduktion, oder
für Forschungs- oder Lehrzwecke. Bauernhof-, Labor- oder Zootiere,
die in Käfigen oder kleinen Ausläufen gehalten werden zeigen häufig
Verhaltensauffälligkeiten, wie z.B. Selbstverstümmelung, Verletzung
von Artgenossen, gestörtes Sexualverhalten, gestörtes Fressverhalten,
gestörte Fürsorge für Nachkommen und abnorme Reaktionen auf Umweltreize.
Diese Auffälligkeiten werden heute der Tatsache zugeschrieben, dass
die Tiere in unnatürlich überfüllten, beengten oder sonstigen unzureichenden
Lebensbedingungen untergebracht sind.
Das primäre
Interesse der Ethologen, wie z.B. das der Nobelpreisträger Konrad
Lorenz, Niko Tinbergen und Karl von Frisch, galt dem Verständnis
des natürlichen Verhaltensrepertoires und den damit verbundenen
Umweltbedürfnissen der Tierspezies. Dieses Wissen hilft uns zu verstehen,
warum Verhaltensprobleme bei solchen Tieren auftreten, die unter
unnatürlichen, verarmten, stressvollen oder sonstigen unzureichenden
Lebensbedingungen leiden.
In einem zweiten
Bereich wendete man Erkenntnisse aus den Tier-Verhaltenswissenschaften
an, und zwar um die Entwicklung von Behandlungsmethoden für Haustiere,
die als Begleittiere fungierten, zu entwickeln - d.h. Haustiere,
welche die persönliche Zuwendung des Besitzers erhalten, welche
mit dem Besitzer leben und Teil seines Alltags sind und welche primär
für nicht-kommerzielle Zwecke gehalten werden. Im Allgemeinen sind
dies Hunde und Katzen, die als Tiermitglieder einer Menschenfamilie
im gleichem Heim wohnen und dort nur wenigen bis gar keinen Bewegungseinschränkungen
unterworfen sind.
Für den Tierpsychologen
sind je nach Tierart, die er behandeln möchte, unterschiedliche
Ansätze nötig. Im Studium der Tierpsychologie werden nicht nur allgemeine
verhaltensbiologische Grundlagen an verschiedenen Tieren studiert,
sondern ein großes Kapitel gilt der speziellen Ethologie, die sich
jeweils auf das Studium der Wlldkatzen, der Wildpferde und der Wölfe
bezieht.
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