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Was ist Tierpsychologie?

Tierpsychologie
= Tier-Verhaltensberatung
- auch häufig
Tier-Verhaltenstherapie genannt.

Es gibt zwei wissenschaftliche Bereiche von primärer Wichtigkeit für den Bereich der Tier-Verhaltensberatung

Der erste Bereich ist die Ethologie - die oft als die biologische Studie des Tierverhaltens definiert wird. Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung von Tier-Verhaltensproblemen ist eine fundierte Kenntnis des natürlichen und normalen Verhaltens der betroffenen Spezies. Ethologen sind der Meinung, dass man wissen muss, wie sich ein Tier in seinem natürlichen Umfeld normalerweise verhält, um das Verhalten der Spezies überhaupt zu verstehen. Der ethologische Aspekt ist besonders für die Pferdepraxis wichtig.

Der zweite Aspekt ist tierpsychologischer Natur und stützt sich auf die Lerntheorien, die vor allem amerikanische Versuchs-Psychologen durch jahrelange intensive Laborforschung herausgearbeitet haben. In dieser Forschung wurden sowohl die Art des Lernens als auch die Faktoren, die das Lernen beeinflussen, bei komplexen Tierspezies wie Ratten, Tauben, Affen und Menschen untersucht. Aus diesen Forschungen hat man für die Bedürfnisse der Humanpsychologie äußerst wirksame Therapiemethoden für die Human- Verhaltenstherapie entwickelt. Dieser Aspekt ist wichtig für die Verhaltenstherapie von Katzen und Hunden.

Der klassische Artikel von Tuber, Hothersall und Voith, herausgegeben 1974 im hoch angesehenen wissenschaftlichen American Psychologist Journal, hat zum ersten Mal klargestellt, dass analoge verhaltenstherapeutische Methoden benutzt werden können, um analoge Probleme bei Mensch und Tier zu behandeln. Die Tier-Verhaltensberatung ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein zunehmend internationales Feld geworden. Obwohl die Ursprünge in den USA zu finden sind, ist diese Disziplin heute auch seit mehreren Jahren in Westeuropa etabliert. Die Kenntnisse und das Interesse wachsen auch in allen anderen entwickelten Ländern der Welt.

Dem heutigen Trend nach zu urteilen, wird die Wichtigkeit und der globale Ruf dieses Feldes in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen. Denn die Verhaltensprobleme von Begleittieren sind weit verbreitet und schwerwiegend, sie verursachen erheblichen Stress und Leid innerhalb der Familien der Tierhalter, Besitzer oder anderer Menschen. Tiere können ernsthaft verletzt werden, die Tierheime der Welt sind voll von ungewollten Tieren und sie sind nicht zuletzt eines der Hauptgründe für das tägliche Euthanisieren von Millionen von Hunden und Katzen jedes Jahr auf der gesamten Welt. Kurz gesagt, das Ausmaß des Gesellschaftsproblems, welches hier angesprochen werden muss, ist gewaltig, und demzufolge besteht eine akute Notwendigkeit für die weitere Entwicklung des Gebietes der Tier- Verhaltensberatung zu einer angesehenen und gedeihenden Disziplin.


Quelle und Copyright: Akademie für Tiernaturheilkunde AG